Formelsammlung Mathe

 

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Die Pendelgleichung

Die homogene lineare Differentialgleichung 2. Ordnung mit konstanten Koeffizienten

(1)    y'' + ky = 0

ist in der Physik als Pendelgleichung bekannt. Wir können an dieser DGL exemplarisch das Vorgehen bei homogenen linearen Differentialgleichungen zweiter Ordnung mit konstanten Koeffizienten verdeutlichen.

Wir lösen (1) mit dem Ansatz ; ;    .

Eingesetzt ergibt dies

       

.

Wegen kann diese Gleichung nur für

(2)   

erfüllt werden. (2) ist das charakteristische Polynom der Differentialgleichung.


Reelle Lösungen

Für k < 0 erhalten wir die beiden Lösungen der quadratischen Gleichung (2) ; was für die DGL zu den beiden Lösungen und führt. Die allgemeine Lösung ergibt sich als alle Linearkombinationen von y1 und y2 durch

,

wobei C1 und C2 beliebige Konstanten sind, die sich gegebenenfalls aus den Anfangsbedingungen bestimmen lassen.

Beispiel

Für k = - 4 ergibt sich die DGL

(3)    y'' - 4y = 0

und wir erhalten dann die beiden Lösungen y1 = e2x und y2 = e - 2x . Die allgemeine Lösung der Differentialgleichung ist eine beliebige Linearkombination der beiden speziellen Lösungen und hat die Form

(4)    y = ae2x + be - 2x .

Durch Einsetzen überzeugt man sich schnell davon, dass es sich bei (4) um die allgemeine Lösung der DGL (3) handelt.

Bei zwei vorgegebenen Anfangswerten wie y(0) = 1 und y'(0) = 0, können die beiden Parameter a und b eliminiert werden:

1 = a + b und y' = 2ae2x - 2be - 2x 0 = 2a - 2b;

ergibt , und die spezielle Lösung ist .

Komplexe Lösungen

Für k > 0 können wir die quadratische Gleichung (2) im Reellen nicht lösen. Dennoch ist eine analoge Vorgehensweise möglich, indem wir mit komplexen Werten rechnen.

Durch die Eulersche Formel werden dann die Exponentialfunktionen in trigonometrische Funktionen umgewandelt.

Beispiel

y'' + y = 0

y1 = ei x = cos x + i sin x;     y2 = e - i x = cos x - i sin x

Die allgemeine Lösung ist dann

y = ay1 + by2 = (a + b)cos x + (a - b)i sin x.

Da wir nur an reellen Lösungen interessiert sind, untersuchen wir für welche a, b die Funktion reell wird.

Mit a = b erhalten wir y3 = 2acos x und mit a = ti = - b ergibt sich y = (ti - ti)cos x + (ti - ti)i sin x = - 2tsin x.

Auch y3 und y4 bilden ein Fundamentalsystem und wir erhalten als allgemeine reelle Lösung

y = cy3 + dy4 = c cos x + dsin x

Wir können die Konstanten c und d durch Anfangswerte bestimmen.

Für die Ausgangsgleichung y'' + y = 0 erhalten wir mit y(0) = 0 und y'(0) = 2 die Gleichung 0 = c und wegen y' = - c sin x + dcos x können wir d durch 2 = d bestimmen, woraus sich die spezielle Lösung y = 2sin x ergibt.


Religion und Mathematik sind nur verschiedene Ausdrucksformen derselben göttlichen Exaktheit.

Kardinal Michael Faulhaber

 

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RT=0.4s; ZS=0.0s; N=37