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Hyperreelle ZahlenIn der Mathematik sind Hyperreelle Zahlen ein Untersuchungsgegenstand der Nichtstandardanalysis. Die Menge der hyperreellen Zahlen wird meist als Als Newton und Leibniz ihre Differentialrechnung mit "Fluxionen" durchführten, benutzten sie infinitesimale Zahlen, und noch Euler und Cauchy fanden sie nützlich. Trotzdem wurden diese Zahlen von Anfang an skeptisch betrachtet, und im 19. Jahrhundert wurde die Analysis durch die Einführung der epsilon-delta-Definition des Grenzwertes durch Cauchy, Weierstraß und andere auf eine solide Grundlage gestellt. Infinitesimale Zahlen wurden von da an nicht mehr benutzt. Abraham Robinson (1918-1974) zeigte dann in den 1960ern, auf welche Weise unendlich große und kleine Zahlen streng formal definiert werden können und eröffnete so das Gebiet der Nichtstandard-Analysis. Da Robinsons Theorie in seiner strengsten Form umfassenden Gebrauch von der klassischen Logik und der Mengenlehre, insbesondere vom Auswahlaxiom, macht, wird sie als nichtkonstruktiv angesehen. Die hier gegebene Konstruktion ist eine (immer noch nichtkonstruktive) vereinfachte Version, die zuerst von Lindstrom gegeben wurde. Durch die hyperreellen Zahlen ist eine Formulierung der Differential- und Integralrechnung ohne den Grenzwertbegriff möglich. Eine weitere Klasse von Nichtstandard-Zahlen ist die echte Klasse der surrealen Zahlen, die nicht nur die reellen, sondern auch die hyperreellen Zahlen und alle Ordinalzahlen enthält. EigenschaftenDie hyperreellen Zahlen Eine logische Aussage der Prädikatenlogik erster Stufe heißt im Kontext der Nichtstandard-Analysis wohlgeformt, wenn sie nur bestimmte grundlegende Verknüpfungen (Grundrechenarten, Vergleich) und natürliche Zahlen enthält und nur über reelle Zahlen quantifiziert (siehe Allquantor, Existenzquantor; insbesondere darf sie nicht über Elemente einer echten Teilmenge von Die hyperreellen Zahlen sind auf eine solche Weise definiert, dass jede wohlgeformte Aussage auch zutrifft, wenn man sie über hyperreelle Zahlen quantifiziert. Zum Beispiel können wir sagen, dass für jede reelle Zahl eine größere Zahl existiert: Dieselbe Aussage trifft dann auch für hyperreelle Zahlen zu: Ebenso kann man aussagen, dass man eine größere Zahl erhält, wenn man 1 zu einer reellen Zahl addiert: Dasselbe gilt für hyperreelle Zahlen: Das heißt nun nicht, dass
Eine solche Zahl gibt es in nicht durch eine wohlgeformte Formel ausdrückbar ist, denn diese Formel quantifiziert über Eine weitere Eigenschaft der reellen Zahlen, die sich nicht auf die hyperreellen überträgt, ist die Dedekind-Vollständigkeit: Jede nichtleere nach oben beschränkte Teilmenge von Für die reelle Teilmenge Diese Aussage ist nicht auf hyperreelle Zahlen übertragbar, weil sie nicht nur über reelle Zahlen, sondern auch über Mengen reeller Zahlen quantifiziert Die hyperreellen Zahlen sind gleichmächtig zu den reellen Zahlen. KonstruktionWir konstruieren die hyperreellen Zahlen als Folgen reeller Zahlen. Wir wollen
Die Rechenoperationen definieren wir gliedweise:
Analog definieren wir die Multiplikation. zum Beispiel ist dann
Für jede Folge a = (
Formal gesehen haben wir bislang das abzählbar unendliche direkte Produkt Für das weitere Vorgehen ist folgende Zielrichtung maßgeblich: Den "Wert" einer als Folge konstruierten Zahl wollen wir am Verhalten im Unendlichen ablesen, d.h. insbesondere die ersten endlich vielen Folgenglieder sollen für die Wertigkeit der Zahl keine Rolle spielen. Wir möchten nun die konstruierten Folgen vergleichen, geraten aber schnell in Schwierigkeiten: Einige Einträge der ersten Folge könnten größer, andere könnten kleiner sein als die entsprechenden Einträge der zweiten Folge. Wir müssen angeben, welche Positionen "eine Rolle spielen". Betrachten wir z.B. die Folgen
Die Folgen a und b unterscheiden sich nur an den ersten zwei Einträgen, ebenso die Folgen c und d. Es ist daher sinnvoll, a und b gleichzusetzen, und c und d gleichzusetzen. Vergleichen wir a und c: Jede Komponente von a - außer der ersten - ist kleiner als die entsprechende Komponente von c. Die Folge a sollte also kleiner sein als c. Allgemein spielt es keine Rolle, wenn zwei Folgen sich nur an endlich vielen Stellen unterscheiden. Ein Problem bekommen wir dann beim Vergleich von alternierenden Folgen wie diesen beiden:
Die Folge e ist an unendlich vielen Stellen kleiner als f, aber auch an unendlich vielen Stellen größer als f. Hier schafft die Theorie Abhilfe, indem wir feststellen: Eine konsistente Angabe, welche Positionen "eine Rolle spielen", gibt ein freier Ultrafilter
Dies liefert eine totale Präordnung auf der Menge der reellen Zahlenfolgen. Definieren wir noch eine Äquivalenzrelation:
Auf der Menge der Äquivalenzklassen, die wir mit *R bezeichnen, ist die Ordnungsrelation nun eine totale Ordnung. Addition und Multiplikation der Äquivalenzklassen sind wohldefiniert, und wir haben somit den Körper der hyperreellen Zahlen konstruiert. Je nach Wahl des Ultrafilters erhalten wir 0 = e < f = 1 oder 1 = e > f = 0 als Anordnung von e und f (je nachdem, ob die Menge der geraden Stellen oder die Menge der ungeraden Stellen im Ultrafilter, also "wesentlich", ist). Infinitesimale und unendlich große ZahlenEine hyperreelle Zahl Eine hyperreelle Zahl Eine von 0 verschiedene Zahl
Es lässt sich zeigen, dass jede endliche hyperreelle Zahl "sehr nah" an genau einer reellen Zahl liegt. Genauer: Ist
Die ersten zwei Eigenschaften (und die Folgerung st(0)=0, st(1)=1 aus der dritten Eigenschaft) besagen, dass st ein Ring-Homomorphismus ist. Zum Beispiel ist die hyperreelle Zahl g = ( 0; 0,9; 0,99; 0,999; ...) gliedweise kleiner als ( 1; 1; 1; 1; ...), also ist g < 1. Sie ist aber größer als jede reelle Zahl kleiner 1. Sie ist daher zur 1 infinitesimal benachbart und 1 ist ihr Standardteil. Ihr Nichtstandardteil (die Differenz zu 1) ist
Beachte aber, dass die reelle Zahl 0,999... als Grenzwert der Folge g gleich 1 ist.
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