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Gaußsches EliminationsverfahrenDas Gaußsche Eliminationsverfahren ist ein Algorithmus aus den mathematischen Teilgebieten der linearen Algebra und der Numerik. Es ist ein wichtiges Verfahren zum Lösen von linearen Gleichungssystemen. Das Verfahren wurde um 1850 von Carl Friedrich Gauß bei Arbeiten auf dem Gebiet der linearen Gleichungssysteme entwickelt, allerdings hatte der chinesische Mathematiker Liu Hui bereits im Jahr 263 eine Beschreibung des Lösungsschemas veröffentlicht. ErklärungEin lineares Gleichungssystem mit drei Variablen bzw. Unbekannten (x,y,z) und den jeweiligen Koeffizienten a,b,c,e hat die Form:
Der Algorithmus zur Berechnung der Variablen
Im ersten Schritt wird das Gleichungssystem durch Äquivalenzumformungen, bei denen die Informationen des Gleichungssystems nicht geändert werden, in die Stufenform gebracht. Stufenform heißt, dass pro Zeile mindestens eine Variable weniger auftritt, also mindestens eine Variable eliminert wird, indem die Zeile so umgeformt wird, dass der Koeffizient der Variablen Null ist. Im obigen Beispiel würde man Ein lineares Gleichungssystem kann eine, mehrere oder keine Lösung haben. Diese Unterscheidung kann schon nach der Vorwärtselimination getroffen werden, indem die letzte Zeile betrachtet wird (siehe weiter unten). Beispiel:
Es werden schematisch nur die Koeffizienten Jetzt wird so umgeformt, dass Zu Zeile 2 wird das (-1)-fache und zu Zeile 3 das (-3)-fache von Zeile 1 addiert. Damit Falls die Zahl, durch die zur Berechnung des Multiplikators dividiert wird (hier für die ersten beiden Zeilen die Zahl 1, beim dritten Mal die Zahl (-1) ), Null ist, wird diese Zeile mit einer weiter unten liegenden vertauscht. Am Ende kann durch Betrachten der letzten Zeile über die Lösbarkeit entschieden werden. Das Gleichungssystem ist:
Befindet sich die einzige Null auf der Diagonalen in der letzten Zeile, ist das System unlösbar, wenn auf der rechten Seite Weiter im Beispiel: Die letzte Zeile bedeutet
Diese Gleichung ist einfach lösbar und Damit ergibt sich für die zweite Zeile
und weiter
Damit sind alle "Variablen"
Wird im ersten Schritt die Matrix weiter umgeformt, bis die Lösung direkt abgelesen werden kann, nennt man das Verfahren Gauß-Jordan-Algorithmus. Kontrolle durch ZeilensummeDie Umformungen können durch das Berechnen der Zeilensumme kontrolliert werden. Hier wurde in der letzten Spalte die Summe aller Elemente der jeweiligen Zeile addiert. Für die erste Zeile ist die Zeilensumme 1+2+3+2 = 8. Da an der ersten Zeile keine Umformungen durchgeführt werden ändert sich ihre Zeilensumme nicht. Bei der ersten Umformung dieses Gleichungssystems wird zur zweiten Zeile das (-1)-fache der ersten addiert. Macht man das auch für die Zeilensumme dann gilt 5 + (-1)*8 = -3. Dieses Ergebnis ist die Zeilensumme der umgeformten zweiten Zeile -1 - 2 + 0 = -3. Zur Überprüfung der Rechnungen kann man also die Umformungen an der Zeilensumme durchführen, sind alle Rechnungen korrekt, muss sich die Zeilensumme der umgeformten Zeile ergeben. System mit unendlich vielen Lösungen
Da die Gleichung (II) ein vielfaches der Gleichung (I) ist, hat das Gleichungssystem unendlich viele Lösungen. Bei der Elimination von x in Gleichung (II) verschwindet diese vollständig, übrig bleibt die Gleichung (I). Löst man diese nach x auf kann man die Lösungsmenge in Abhängigkeit von y angeben: x = 8 - 4y L={8 - 4y|y} PivotisierungDer gaußsche Algorithmus ist im Allgemeinen nicht ohne Zeilenvertauschungen durchführbar. Es ist zumindest notwendig, dass an der entsprechenden Stelle keine Null steht. Dieses zum Erzeugen der Nullen in diesem Schritt genutzte Element der Matrix wird Pivot genannt. Um das zu illustrieren, wurden die Pivots des obigen Beispiels markiert. Zeilenvertauschungen waren hier nicht nötig. Für die Rechnung per Hand ist es sicher sinnvoll, eine 1 oder minus 1 als Pivot zu wählen. Um einen möglichst stabilen Algorithmus zu erhalten, wählt man das betragsgrößte Element als Pivot. Wählt man das Pivot in der aktuellen Spalte, spricht man von Spaltenpivotisierung (analog Zeilenpivotisierung). Literatur
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