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Gauß-Seidel-VerfahrenIn der numerischen Mathematik ist das Gauß-Seidel-Verfahren oder Einzelschrittverfahren, (nach Carl Friedrich Gauß und Ludwig Seidel) ein Algorithmus zur näherungsweisen Lösung von linearen Gleichungssystemen. Es ist, wie das Jacobi-Verfahren und das SOR-Verfahren, ein spezielles Splitting-Verfahren. Das Verfahren wurde zuerst von Gauß entwickelt, aber nicht veröffentlicht, später wurde es, bevor dessen Anwendung von Gauß bekannt war, von Seidel veröffentlicht. Entwickelt wurde das Verfahren, da das Gaußsche Eliminationsverfahren, ein exakter Löser, für Rechenfehler sehr anfällig ist. Eine iterative Vorgehensweise hat diesen Nachteil nicht. Beschreibung des VerfahrensGegeben ist ein lineares Gleichungssystem in Um dieses zu lösen, wird die
wobei die vorher berechneten Werte des aktuellen Iterationsschritts mit verwendet werden, im Gegensatz zum Jacobi-Verfahren. Diese Ersetzung wird, ausgehend von einer willkürlichen Startbelegung der Variablen, sukzessive wiederholt. Als minimale Bedingung lässt sich hier festhalten, dass die Diagonalelemente Als Algorithmusskizze mit Abbruchbedingung ergibt sich:
Dabei wurde die Erstbelegung des Variablenvektors und eine Fehlerschranke als Eingangsgrößen des Algorithmus angenommen, die Näherungslösung ist die vektorielle Rückgabegröße. Die Fehlerschranke misst hier, welche Größe die letzte Änderung des Variablenvektors hatte. Herleitung des VerfahrensBeschreibung des Verfahrens in MatrixschreibweiseDie Matrix
In jedem Iterationsschritt gilt dann
Man legt dann einen Startvektor
Da es der erste Iterationsschritt ist, hat dabei Diagonaldominanz und KonvergenzDie Konvergenzgeschwindigkeit des Verfahrens hängt sowohl vom Spektralradius der Iterationsmatrix Allgemein gilt: Ist
erfüllt, so ist das Verfahren konvergent. In diesem Falle ist der Fixpunktsatz von Banach anwendbar. Dabei ist die Kontraktionskonstante des Gauß-Seidel-Verfahrens kleinergleich der Kontraktionskonstante des Jabobi-Verfahrens. Das einfachste und gebräuchlichste Kriterium für Diagonaldominanz ergibt sich in der Supremumsnorm
Je größer die kleinste Differenz zwischen rechten und linken Seiten der Ungleichung ist, desto schneller konvergiert das Verfahren. AnwendungenFür moderne Anwendungen wie die Lösung großer dünnbesetzter Gleichungssysteme die aus der Diskretisierung partieller Differentialgleichungen stammen, ist das Verfahren ungeeignet. Es wird jedoch mit Erfolg als Vorkonditionierer in Krylow-Unterraum-Verfahren oder als Glätter in Mehrgitterverfahren eingesetzt.
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