Basis eines Vektorraums
Eine Teilmenge B eines Vektorraums V heißt Basis, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
- B ist Erzeugendensystem von V, also L(B) = V
- B ist linear unabhängig.
Beispiele
Die leere Menge  ist Basis des Nullvektorraums {0}.
Im Vektorraum Kn
über K bilden die Vektoren: e1
:= (1, 0, 0, ..., 0), e2
:= (0, 1, 0, ..., 0) bis en
:= (0, 0, 0, ..., 1) eine Basis. Diese Vektoren heißen Einheitsvektoren.
Die Vektoren b1
= (1, 0, 1), b2
= (0, 1, - 2) und b3
= (1, 0, 0) bilden eine Basis des  . Die lineare Unabhängigkeit ist leicht nachzurechnen.
Die Vektoren erzeugen  , denn für  folgt aus   
   .
Bemerkung (angeordnete Basen)
Die Basis wurde als Menge von Vektoren definiert. Oft ist es sinnvoll die Reihenfolge der Basisvektoren zur berücksichtigen, die Vektoren also anzuordnen.
Dann spricht man von einer angeordneten Basis und schreibt die Basisvektoren als Tupel.
Oft wird der Begriff Basis benutzt, obwohl eine angeordnete Basis gemeint ist, aus dem Zusammenhang erschließt sich meistens schnell die Art der benutzen Basis, sodass diese Art der Begriffsvermischung nicht problematisch ist.
Satz 15X5 (Charakterisierung der Basen)
Sei B eine Teilmenge des Vektorraums V. Dann sind die folgenden Aussagen paarweise äquivalent:
- B ist Basis von V
- B ist eine minimales Erzeugendensystem
- B ist eine maximale Teilmenge linear unabhängiger Vektoren
Beweis
(i)  (ii): Beide Aussagen sind nach Satz 5329B sogar äquivalent.
(ii)  (iii) indirekt: Angenommen B ist nicht linear unabhängig, dann gibt es ein  das sich als Linearkombination von Vektoren aus  darstellen lässt. Damit wäre dann aber  ein Erzeugendensystem von V im Widerspruch dazu, dass B ein minimales Erzeugendensystem ist. Also ist B linear unabhängig.
B ist als Erzeugendensystem auch maximal, denn jeder Vektor  lässt sich als Linearkombination von Elementen aus B darstellen, kommt also nicht als potentieller Kandidat für die Vergrößerung von B in Frage.
(iii)  (i): Sei B eine maximale Teilmenge linear unabhängiger Vektoren. Wir brauchen nur zu zeigen, dass B ein Erzeugendensystem ist. Dazu zeigen wir, dass sich ein beliebiger Vektor  als Linearkombination von Vektoren aus B darstellen lässt.
ObdA können wir  annehmen, denn andernfalls lässt sich mit  trivialerweise eine Linearkombination finden. Nach Voraussetzung kann dann  nicht linear unabhängig sein. Damit gibt es  und  , die nicht alle gleich 0 sind, so dass
| (1) |
 . |
Es muss außerdem  gelten, denn andernfalls wären die v1
, ..., vn
und damit auch B linear abhängig. Dann können wir aber (1) umstellen zu:
  ,
womit gezeigt ist, dass v eine Linearkombination von Elementen aus B ist.  
Wir Mathematiker sind die wahren Dichter, nur müssen wir das, was unsere Phantasie schafft, noch beweisen.
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