Formelsammlung Mathe

Yacas Reloaded - Freies Computer Algebra System

 

Inhalt

+- Grundlagen der Mathematik
+- Diskrete Mathematik
+- Algebra
-- Lineare Algebra
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       Beispiele
       Lineare Abhängigkeit
      +- Unterräume
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       Basis
         -- Basen
             Eindeutigkeit der
             Basisdarstellung
             Existenz
             Basisergänzung
             Austauschsatz
             Basissatz
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Austauschsatz

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Bei der Konstruktion von Basen spielten die für die Basis ausgewählten Vektoren keine Rolle. Es liegt die Vermutung nahe, dass man sie zu einem gewissen Grad auch gegen andere Vektoren des Vektorraums austauschen kann. Das "Wie" regelt der

Satz 15X9 (Austauschsatz für Basen)

Sei V ein endlich erzeugter Vektorraum über dem Körper K mit der Basis {b1 , ..., bn }. Für alle vom Nullvektor verschiedenen Vektoren bilden dann auch die Vektoren

{b1 , ..., bk-1 , v, bk + 1 , ..., bn }

eine Basis. Dabei ist k ein beliebiger Index, für den in der Basisdarstellung

(1)   
von v gilt.

Beweis

Für gibt es wenigstens ein k mit in Darstellung (1). Sei obdA k = 1 (Andernfalls vertauschen wir einfach b1 und bk ). Wir müssen nun zeigen, dass die v, b2 , ..., bn eine Basis von V bilden. Dazu zeigen wir, dass sie linear unabhängig sind und ein Erzeugendensystem bilden.

Lineare Unabhängigkeit: Sei

(2)   
eine beliebige Linearkombination des Nullvektors. Unter Benutzung von (1) ergibt sich:

Nun sind aber die b1 , ..., bn linear unabhängig. Damit gilt: und für i = 2...n. Nach Voraussetzung ist also gilt: . Dann gilt aber auch für i = 2...n. Damit lässt sich der Nullvektor in (2) nur als triviale Linearkombination darstellen, also sind die Vektoren v, b2 , ..., bn linear unabhängig.

Erzeugendensystem: Wegen (1) und gilt:

(3)    .

Sei nun ein beliebiger Vektor, dann gilt wegen der Basiseigenschaft von b1 , ..., bn : für gewisse . Setzen wir nun den Ausdruck für b1 aus (3) ein, erhalten wir:

.

Also ist w als Linearkombination von v, b2 , ..., bn darstellbar.


Satz 15XB (Folgerung aus dem Austauschsatz)

Besitzt ein Vektorraum V eine Basis mit n Elementen, so sind alle Mengen mit mehr als n Elementen linear abhängig.

Beweis

Sei B = {b1 , ..., bn } eine Basis von V und seien Vektoren, wobei m > n gelten soll. Wir führen den Beweis indirekt und nehmen an, dass die v1 , ..., vm linear unabhängig sind. Nach dem Austauschsatz können wir nun eine Basis der Form

{b1 , ..., bk-1 , v1 , bk + 1 , ..., bn }
bilden.

Dann können wir v2 als folgende Linearkombination schreiben:

.
In dieser Linearkombination muss es einen Index j geben, für den gilt. (Andernfalls wäre dann mit und die v-Vektoren linear abhängig.)

Nun können wir den Austauschsatz für v2 und den Index j anwenden. Wir erhalten dann eine Basis mit v1 und v2 und weiteren n - 2 Vektoren aus B. Fahren wir nun in gleicher Weise fort, erhalten wir dann einen Basis, die nur noch aus v-Vektoren besteht. Nun bleibt aber wenigstens ein v-Vektor übrig, der nicht zur neuen Basis gehört. Wegen der Basiseigenschaft können wir diesen jedoch als Linearkombination der v-Vektoren aus der Basis schreiben im Widerspruch zur Annahme, dass diese linear unabhängig sind.


Die Mathematik als Fachgebiet ist so ernst, daß man keine Gelegenheit versäumen sollte, dieses Fachgebiet unterhaltsamer zu gestalten.

Blaise Pascal

 

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